Strandgesicht

16.10.2020

Am Strand. 
In meinen Haaren deine Hand
In meinen Händen dein Gesicht
Wir sehn uns an doch sprechen nicht.

Sind ein Sommernachtstraum in strahlendem Sonnenschein, 
was wir früher warn, wolln wir heute sein.
Und du hältst dich an mir fest, 
weil du mein vergangenes Ich nicht loslassen willst.

Ich hielt dich für meine Sandkastenliebe, 
weil ich dich im Sandkasten liebte, 
Ein Tausendschön, in meinen Augen perfekt, 
dabei hast du dich nur in einem Kaleidoskop versteckt
und ein und dieselben Dinge
immer wieder
in anderen Farben glänzen lassen. 
Eine Glanzleistung. 

Du warst meine Sternstunde, 
stundenlang sah ich mit dir die Sterne an, 
während du mir die Welt erklärtest. 
Doch es war nur ein Test. 
Ob wir es zusammen schaffen, aushalten, unsere Liebe einhalten.  

Meine Augen sind dein Blickfang, 
mit dem ich deinen Blick fang und

Wir? Wir waren ein Tagtraum am Traumstrand.
Waren Traumtänzer doch haben unsre Träume totgetanzt.

In deinem Freiheitsdrang drängst du mich mit dir zu fliegen, 
das Fingerspitzengefühl in meine Hände zu kriegen. 
Du hast Fernweh, wehleidig klingt deine Stimmelage.
Lagen wir nicht vor einem Jahr auch schon hier?
Doch damals wärmte die Sonne und brannte nicht, 
wir schwommen im Wasser und versanken nicht im Schweigen. 
Heute herrscht unausgesporchen unsre Schweigepflicht, 
pflichtgemäß halte ich mich daran, weil ich sonst ja nichts mehr retten kann. 

Wir sind Zeitgeister, geistern herum, obwohl unsere Zeit längst vergangen ist.

Du warst ein Gänseblümchen ins Gänsefüßchen, 
heute aber mein Vergissmeinnicht
Du hast Salz auf den Lippen, ein Strandgesicht.

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